85 km FAI am Niederrhein

Es zeichnete sich schon früh in den Modellrechnungen ab, dass der heutige Tag das Prädikat „Hammertag“ bekom­­men sollte: Schwachwindig und Cumu­­lusthermik mit guten Steigwerten und Basishöhen bis 1.800 m. Das perfekte „Dreieckswetter“. Im Vor­feld hatte ich mir schon mit Hilfe des XC Planner ein passendes 100er FAI-Dreieck vom Schleppge­lände Kaiskorb aus Richtung Süden zusammengeklickt und die Wendepunkte ins C-Pilot übertragen. Geht doch nichts über eine perfekte Vorbereitung. 😉

Mein Plan… :: © XC PlannerAm Morgen habe ich mir noch einmal die aktu­ellen Wetterdaten angesehen und mich gegen die „Südroute“ ent­­schieden. Im Norden sahen die prognostizierten Werte doch etwas besser aus. Mein neuer Plan war von Kaiskorb aus nach Westen zu fliegen und den ersten Wendepunkt hinter Heinsberg zu legen. Den zweiten Wende­punkte konnte ich je nach Bedingungen unter­schied­lich weit nach Norden verlegen: zwischen 60 und 100 km FAI war alles möglich.

Als ich um die Mittagszeit am Schleppgelände Kaiskorb ankam, standen Bärbel, Martin, Theo, Georg und Stefan schon in den Startlöschern. Bärbel, Martin, Theo und Georg starteten kurz hintereinander und fanden auf der Südseite des Geländes den Einstieg. Um 13:00 Uhr waren sie nur noch als kleine Punkte am südlichen Himmel sichtbar.

Bei meinem ersten Start hatte ich leider kein Glück und stand nach 5 Minuten wieder am Boden. Zum Glück überliessen mir die wartenden Piloten das nächste Seil und so konnte ich um 14:00 Uhr ein zweites Mal starten. Nach einigen Suchkreisen ging es nördlich vom Startplatzes zügig auf 1.000 m hoch. Hinter Titz ging es im zweiten Bart auf über 1.300 m hoch. Auch hier musste ich frühzeitig die Thermik verlassen um nicht in den Luftraum C zu fliegen. Südlich von Hückelhoven ging es dann das erste Mal auf über 1.500 m hoch. Nach 1½ Stunden Flugzeit legte ich westlich von Wassenberg den ersten Wendepunkt.

Nördlich von Wassenberg hatte ich meine erste Schlüsselstelle. Ich musste hier ganz schon suchen, bis ich eine zuverlässige Ther­mik fand. Es waren mal wieder zwei Greifvögel die mir zuver­lässig den Einstieg zeigten. Kurze Zeit später konnte ich mit 1.550 m den Sprung über das grosse Waldgebiet angehen.

Vor Niederkrüchten bildete der Wald eine konvexe Abrisskante gesäumt von zwei Windrädern. Auf halbem Weg über den Wald fing erst das eine Windrad an zu drehen und kurze Zeit später das zweite: ein sicheres Zeichen, dass genau vor mir ein aktiver Bart stand. Und der hatte es in sich. In gerade mal 5 Minuten ging es von 700 m auf fast 1.800 m hoch. Wahnsinn.

Weiter ging es Richtung Norden: an Brüggen vorbei und weiter nach Kaldenkirchen. Inzwischen war ich fast 3 Stunden unter­wegs. Ich entschied mich hier den zweiten Wendepunkt zu legen und mich auf den Rückweg zu machen. Ein paar Minuten später ging es vor dem Ort Schaad mit 3 m/s dem Boden entgegen.

So ein Mist. Das kann es doch noch nicht gewesen sein.

Mit gerade man 200 m flog ich über die Häuser und fand nach einigem Suchen endlich das ersehnte Steigen. Voll konzentrierte stellte ich meinen Mantra in das Zentrum und drehte mit zwei Mal Nachzentrieren wieder auf 1.700 m hoch. Was für ein Wechselbad. 😉

Mit einem komfortablem Höhenpolster ging es westlich an Schwalm­tal und Wegberg vorbei. Über Erkelenz noch mal Höhe tanke und mit 1.600 m in einer Linksschleife mit Halbgas Richtung Kaiskorb.

Ihr könnt euch mein Glück nicht vorstellen, als ich nach 5 Stunden Flugzeit wieder auf dem Schleppgelände Kaiskorb gelandet bin.

…mein Ergebnis :: © DHV XCDas 84,4 km FAI-Dreieck ist mit 168.89 Punkten im DHV XC und 419 Punkten im XC Cup mein bisher bester Flug.

Und wie ist es den anderen Piloten ergangen?

  • Theo Schürholz flog ein 60,8 km FAI-Dreieck rund um den Tagebau Hambach
  • Matin Droste flog ein 40,4 km FAI-Dreieck über Bergheim und Jülich
  • Bärbel Schüller flog 32,6 km über Elsdorf bis kurz vor Jülich
  • Georg Bronkalla flog 24,7 km bis nach Merzenich
  • Achim Schwehn startete um 15:45 Uhr und flog 38,7 km bis nach Stolberg

Kurz nach meiner Landung stand auf einmal Theo neben mir. Was für eine Überraschung. Zusammen sind wir dann nach Schloss Rheydt ins Purino gefahren und den erfolgreichen Tag mit einer leckeren Pizza gekrönt.


Sommer, Sonne, Ferien

Thermikstärke und Basishöhen waren für den nördlichen Nieder­rhein und das Sauerland deutlich besser vorhergesagt als für den Süden. Bei Revierwings e.V. an der Halde Norddeutschland wurde geschleppt. Prima. Ein kurzer Anruf beim zuständigen Startleiter brachte aber schnelle Ernüchterung:

Es haben sich schon zu viele Vereinspiloten angemeldet. Heute können wir keine Gastflieger hier starten lassen.

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Neue Erfahrungen

Theo hat mir schon einige Male von dem neuen Schleppgelände der Ostwindfreunde und dessen besondere Thermikqualitäten berichtet. Die 850 m lange Schleppstrecke Kaiskorb liegt zwischen Jackerath und Kirchherten, am südlichen Rand vom Tagebau Garzweiler. Wolfgang Collip organisiert hier den Schleppbetrieb und ist an fast jedem potentiellen Thermiktag mit der Winde vor Ort.

Ich war sehr gespannt hier zu fliegen.

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Noch mehr Arbeit

Das ist doch zum Verzweifeln.

Schon zwei Mal gestartet und trotz intensiven Suchens keine Thermik gefunden.

Um 12:50 Uhr machte ich mich - zusammen mit Theo - ein drittes Mal startbereit. Wir scannten gemeinsam das Gelände ab und wur­den am Ortsrand von Sevelen ein paar Mal fündig. Das Pro­blem hier ist nur, das wir immer wieder wegen der TMZ aus der Thermik aussteigen mußten. Nach über einer Stunde schaffte ich es endlich, mich in einer Thermik auf 1.200 m hoch zu arbeiten.

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Tag der Arbeit

Der schwache Nordwind und die optimistischen Thermikprognose (Steigwerte bis 5 m/s und Basis bei 1.500 m) waren die besten Vor­aussetzungen mal eine geschlossene Aufgabe von Sevelen aus zu versuchen. Ich hatte geplant erst Mal Richtung Venlo zu fliegen. Auf dem ersten Schenkel kann ich dann noch immer entscheiden ob ich hier den ersten Wendepunkt lege und dann Richtung Osten fliege. Sollte der Wind doch stärker sein als erwartet, kann ich ab Venlo weiter Richtung Süden fliegen.

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Die ersten Schlepps des Jahres

Endlich mal wieder gute Bedingungen zum Windenschlepp: 15 km/h Ostwind und den ganzen Tag Sonne.

Auf dem Schleppgelände Sevelen trafen sich heute gut 15 Piloten, um bei eisigen Temperaturen aber mit super Ausklinkhöhen, die ersten Schlepps des Jahres zu machen. Für einige war es die Gelegenheit ihre Weihnachtsgeschenke auszupacken und genauer unter die Lupe zu nehmen.

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