Heute morgen habe ich mich um 11:00 Uhr mit Jarek in Düsseldorf getroffen und wir sind zusam­men nach Neukirchen-Vluyn gefahren. Nachdem wir in Moers-Hülsdonk von der Autobahn runter­gefahren sind und die Halde Norddeutschland schon in Sichtweite lag, dachte ich mir: „Wo gehen wir den jetzt am besten hin – zum Schleppgelände an der Gartenstrasse, oder mit Theo und ein paar FliegerFreunden zum Schleppgelände auf der Halde?“ Wir haben uns dann für die Halde entschieden!

Chris und Thomas hatten schon alles vorbereitet und am Startplatz auf der Ostseite der Halde lagen die ersten beiden Seile bereit. Wir packten unsere Ausrüstung aus und Theo und ich machten uns für die ersten beiden Schlepps bereit. In der Zwischenzeit hatte der Verein Gleitzeit unten auf der Gartenstrasse den Schleppbetrieb aufgenommen und die ersten Piloten wurden auf der langen O-W-Schleppstrecke hoch gezogen. Die Ausklink­höhen waren mit 300-400 m ganz ordentlich!

Ganz anders bei uns! Aufgrund der kurzen Schleppstrecke und dem Crosswind schaffte es keiner mit mehr als 100 m über Grund auszuklinken. Findet man nach dem Ausklinken nicht direkt Thermik, dann steht man ganz schnell wieder am Boden. 🙁

Theo hatte bei seinem ersten Start das Pech, dass er kurz nach dem Start einen Seilriss hatte und er seinen Aircross U-Sport schon kräftig anbremsen musste, um schlimmeres zu verhindern! Nachdem das Seil wieder repariert war, startete Jarek. Auch er fand keine Thermik und stand schnell wieder am Boden.

Theo nahm das zweite Seil und machte sich startklar. Er startete mit leichtem Seitenwind. Kurz nach seinem Start wurde er – vermutlich von einer seitlichen Windböe – stark abge­trieben. Sein Schirm ging dabei fast ins Lockout. Jarek, Thomas und mir stockte der Atem. Zum Glück kappte Chris rechtzeitig das Seil und verhinderte damit das Schlimmste. Als sich sein Schirm wieder stabilisiert hatte, war er auf der Nordseite der Halde schon deut­lich unterhalb Startplatzniveau und wir hatten ihn aus den Augen verloren. Da er kein Funk dabei hatte und nicht auf lautes Rufen reagierte, war im ersten Moment unklar, was mit ihm los war. Thomas machten sich mit dem Quad auf den Weg nach unten um ihn zu suchen. Kurz darauf meldete sich Theo über Handy:

Mir ist zum Glück nichts passiert, aber mein Schirm hängt über einem Baum.

Holger hoch über der Halde Norddeutschland :: © Martin Speis
Während die „Bergung von Mensch und Material“ in vollem Gange war, mussten wir neidvoll zuse­hen, wie Holger, Florian und Anna über dem Schlepp­gelände an der Gartenstrasse aufdrehten und Rich­tung Wesel wegflogen. Für uns war der Tag gelaufen!

Holger flog 67,7 km nach Stadtlohn. Florian und Anna 26,2 km kurz hinter Wesel. Super gemacht!

Für mich persönlich hat sich mal wieder bestätigt, dass die Halde Norddeutschland als Schleppgelände mehr als problematisch ist. Gerade in der Startphase muss man immer darauf gefasst sein „einen auf den Deckel“ zu bekommen. Das Profil der Halde erzeugt bei bestimmten Windrichtungen und -stärken nicht kalkulierbare Turbulen­zen. Was beim Groundhandling noch einigermassen beherschbar ist, kann am Seil zu einem ernsthaften Problem werden.