Das Flämming überrascht einen immer wieder. Entgegen aller Vorhersagen schien heute Morgen wieder die Sonne und es sah ganz danach aus, als könnten wir heute einen wei­teren Task fliegen. Unser Optimismus wurde beim Wetterbriefing allerdings etwas gedämpft:

Wir befinden uns hinter einer Okklusion und vor einer Kaltfront, die aktuell von Niedersachsen her ein Regengebiet in unseren Raum befördert. Am Boden weht der Wind mit 15 km/h aus SO und in der Höhe mit 20 bis 25 km/h aus S. Die Thermikqualität wird schwach bis mäßig ausfallen.

Das nächste Briefing fand um 11:30 Uhr am Start­platz Mitte statt. Die Pilotensprecher präsentierten eine 52,6 km lange Aufgabe von „Altes Lager“ (SS r = 2.000 m) über den Wendepunkt „Dippmannsdorf Teich“ (r = 5.000 m) nach „Brandenburg Bahnhof“ (ES r = 2.000 m; Goal r = 1.000 m). Das Startfenster wurde um 12:15 Uhr geöffnet.

Als die ersten Piloten starteten, zogen von Westen schon die ersten hohen Cirrenfelder auf. Wie am Tag zuvor waren die Bedingungen äußerst selektiv. Viele Piloten fanden keinen Anschluss und standen nach wenigen Minuten wieder am Boden. Die Startleiter hatten mit den vielen Wiederstartern alle Hände voll zu tun. Gegen 15:00 Uhr meldeten sich die ersten Piloten aus dem Ziel. Zu diesem Zeitpunkt standen noch gut ⅔ der Piloten am Start! Über dem Platz hatte es inzwischen komplett abgeschattet und im Westen stand eine bedrohlich dunkle Wolkenfront. Nur ab und zu schaute die Sonne durch und sorgte dann schnell für nutzbare thermische Ablösungen am Platz. Das Problem war nur, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu sein.

Mit Thoralf Hase unter der Abschattung :: © Martin Speis
Um 15:20 Uhr startete ich zum dritten Mal … und endlich ging es nach oben! Über dem Wald auf der Nordseite der Startbahn ging es in einem Zug auf 1.500 m hoch. Zusammen mit Thoralf Hase, Rico Konratt und Franz Merl machte ich mich auf den Weg. Die Wolkenfront umflogen wir südlich in ei­nem großen Bogen. Wir hatten das Glück in einem schmalen Korridor zu fliegen, durch den immer wieder die Sonne schien und sich gute thermische Ablösungen entwickeln konnten. Franz war immer wieder vor geflogen und suchte den nächsten Bart. Nach einer Stunde Flugzeit hing ich mit ihm zusammen mit gerade mal 600 m Höhe über dem Ort Hohenwerbig – kurz vor der A9. Hagen Walter hatte uns beim Briefing noch einen Tipp mit auf den Weg gegeben:

Vor der Autobahn müsst ihr unbedingt maximale Höhe machen, sonst steht ihr am Segelflugplatz Lüsse am Boden.

Leichter gesagt als getan. Zu Anfang ging es super zäh nach oben. Franz ist irgend wann weitergeflogen und ich habe ihn schnell Richtung Boden abgleiten sehen.

Jetzt nur nicht die Nerven verlieren und konzentriert weiter Höhe machen.

Nach 10 Minuten zog der Bart endlich an und es ging mit guten Steigwerten bis kurz unter die Basis auf 1.870 m. Thoralf und Rico waren schon lange über mir hinweg geflogen und ich konnte sie nicht mehr sehen. Im Gleitflug ging es über die Autobahn Richtung Belzig. Rechts von mir lag der Segelflugplatz Lüsse. Plötzlich tauchten die beiden Nova-Schirme über dem Horizont auf. Beide drehten im Hausbart des Segelflugplatzes auf. Ich flog zu den beiden rüber und versuchte zu ihnen aufzudrehen, was leider nicht so richtig funktionierte.

Auf dem Sportplatz in Ragösen gelandet :: © Martin Speis
Mit 1.200 m Höhe machte ich mich auf den Weg zum ersten Wendepunkt. Dabei flog ich östlich an der Hangkante des großen Waldgebietes vorbei, in der Hoffnung hier noch einmal Höhe zu machen. Zusammen mit Thoralf, der mit deutlich mehr Höhe weiter westlich flog, und Rico, der parallel zu mir weiter östlich flog, scannten wir das Gebiet nach Thermik ab. Leider ohne Erfolg. Hinter dem Wendepunkt Dippmannsdorf landete ich nach 35,5 km in Ragösen auf dem Sportplatz. Rico landete hinter dem Ort und Thoralf schaffte es noch bis nach Golzow.

Als ich mich telefonisch zurück meldete, erfuhr ich, dass schon jemand zu uns unterwegs sei! 5 Minuten später saßen wir mit einem kühlen Landebier bei Ulrike im Auto und es ging nach Hause. Was für ein Service. Vielen Dank.

An diesem Tag schafften es drei Piloten ins Ziel. Viktor Milzin (Nova Triton) benötigte für die 52,6 km etwas über 1½ Stunden. Er gewann diesen Task mit gerade mal 635 Punkten! Zweiter wurde Martin Serner (UP Trango XC) in 01:48:45 (596 Punkte) und Dritter Sascha Schlösser (Aircross U3) in 01:51:29 (591 Punkte).

Ich belegte mit 35,5 km (398 Punkte) Platz 11, Theo mit 16,7 km (227 Punkte) Platz 23 und Jarek mit 12,2 km (182 Punkte) Platz 27.

Ergebnisse Task 3

Uwe Neesen hat Task 3 der German Flatlands in einem Video festgehalten:

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