In der Nacht hatte es angefangen zu regnen, und das stetige Plätschern hielt auch noch am Morgen an. Die Wetterprognosen, die wir beim Frühstück bei verschiedenen Diensten abriefen, sagten mehr oder weniger schlechte thermische Bedingungen für die Region vorher. Lediglich das RASP-Modell prognostizierte für den Nachmittag gute Thermik. Auf der Fahrt zum Schleppgelände schoben sich dann auch schon die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke.

Um 10:30 Uhr fand das Eröffnungs­briefing statt. Nachdem Willi Kuck den offiziellen Teil abgehakt hatte und die Pilotensprecher gewählt worden waren, gab Diplom-Meteorologe Torsten Seelig einen Überblick zur aktuellen Wettersituation.

Seine optimistische Prognose für den Tag been­dete er mit den Worten:

Wer einmal lügt muss noch lange kein Meteorologe sein.

Präsentation der ersten Aufgabe :: © Martin Speis
Beim zweiten Briefing um 13:00 Uhr wurde den Wettkampf­piloten dann tatsächlich ein erster Task präsentiert: ein 40,2 km Dreieck. Von Altes Lager ging es mit Rückenwind zur ersten Wende „Markendorf Kirche“ und dann quer zum Wind nach Süden zum zweiten Wendepunkt „Segelflugplatz Reinsdorf“. Der letzte Schenkel führte gegen den Wind zurück in Altes Lager. Keine leichte Aufgabe bei dem Wind! Das Startfenster wurde um 14:00 Uhr geöffnet.

Die 50 Wettkampfteilnehmer wurden per Los auf die drei parallelen Schleppstrecken aufgeteilt. Ich war für den „Startplatz Nord“ zugeteilt, Theo und Jarek starteten auf den anderen beiden Bahnen. Die ersten Piloten waren schnell in der Luft und einigen gelang es bis an die Basis aufzudre­hen und machten sich auf den Weg zur ersten Wende. Leider gab es an unserer Winde direkt beim ersten Start einen Seilriss in geringer Höhe. Zum Glück hatte Axel seinen Schirm gut abgefangen, ist aber trotzdem ziemlich hart auf den Füssen aufgekommen. Ich war als fünfzehnter Starter eingeteilt und hatte noch genügend Zeit mich vorzubereiten. Axel und Tille gaben mir noch ein paar Tipps zum meinem Aircross U-Sport Testschirm.

Hans Bausenwein startet mit seinem Ozone Mantra R10.3 :: © Martin Speis
Um kurz nach drei ließ mich Peter an der „Leip­ziger Winde“ raus. Am Seil ging es mit guten Steig­werten zügig nach oben. Auf der Hälfte der Strecke klinkte ich bei 560 m aus und flog direkt zur Süd­seite des Flugplatzes, wo Jarek und Sascha in einer Thermik am aufdrehen waren. Die Thermik war allerdings noch relativ schwach und schwierig zu zentrieren, sodass nach ein paar gemeinsamen Kreisen jeder sein Glück an einer anderen Stelle versuchte. Ich habe mich weiter Richtung Jüterbog versetzen lassen und bin mit knapp 900 m Richtung Osten zur ersten Wende geflogen. Dort sah ich drei Piloten, die über dem Ort versuchten, Höhe zu machen. Die erste Wende lag zu diesem Zeitpunkt unter einer großen Abschattung, die sich ziemlich hartnäckig dort hielt. Nachdem ich die erste Wende mit gut 600 m erreicht hatte, ver­suchte ich am westlichen Rand der Abschattung über reifen Weizenfeldern Anschluss zu finden. Das hat leider nicht funktioniert und so stand ich nach insgesamt 14 km mit einigen anderen Piloten am Boden.

Dunkle Regenwolken ziehen über dem Ziel :: © Martin Speis
Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt hatten und im Ort auf den Rückholer warteten, sahen wir, wie ein weiterer Pulk von 6 Piloten mit einer Höhe weit über 1.000 m von der ersten Wende Richtung zweite Wende flog. Die Wolken waren inzwischen bedrohlich dunkel geworden und einige Piloten zogen es vor, lieber landen zu gehen. Bis auf eine Level 3 Meldung wurden aber keine Warnungen von den Piloten gemeldet.

Hans Bausenwein (Ozone Mantra R10.3) flog mit 32,6 km am weitesten und gewann diesen Task mit 507 Punkten. Zweiter wurde Viktor Milzin (Nova Triton) mit 29,5 km (477 Punkte) und dritter der Australier Lindsay Wootten (Gradient Avax XC3) mit 28,0 km (463 Punkte).

Theo (13,1 km, 26 Punkte, Platz 26) und ich (14,0 km, 241 Punkte, Platz 23) platzierten uns im Mittelfeld. Bei Jarek (6,1 km, 83 Punkte, Platz 40) lief es leider nicht so gut.

Ergebnisse Task 1

Uwe Neesen hat den ersten Tag der German Flatlands in einem Video festgehalten:

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