In einer Viertelstunde ist Anpfiff: Niederlande – Brasilien. Die Kollegen sitzen jetzt bestimmt bei einem kühlen Bier vor der Leinwand und versuchen irgendwie die 37°C Lufttemperatur zu ertragen.

Der Hausbart vor Issum hatte heute bestimmt Hitzefrei und so bin ich direkt weiter Richtung A57 geflogen. Auf dem Weg dorthin flog ein Verkehrs­flugzeug in gerade mal 200 m Höhe über mich hinweg. Die Maschine kam aus Südwesten, drehte über Xanten nach links Richtung Westen ab und landete auf dem Flughafen Weeze. Ich erwartete jeden Moment von den Wirbelschleppen durchgeschüttelt zu werden. Zum Glück blieben die aber aus. Puh!

Hinter der A57 ging es dann zuverlässig wieder nach oben. Erst schwach und ich mußte den richtigen Bart erst suchen. Ein ganzes Stück hinter der Autobahn ging es dann mit teilweise 5 m/s unter die Basis auf 2.280 m. Was für ein Kontrastprogramm zu der drück­enden Hitze am Boden! Über Xanten stand die nächste vielversprechende Wolke die sich allerdings in den nächsten 20 Minuten vollständig aufgelöst hatte.

Flug über dem Rhein Richtung Wesel :: © Martin Speis
Schon 16:30 Uhr. Ich hatte irgend­wie keine Idee wohin ich fliegen sollte. Mit Rückenwind weiter Richtung NO fliegen … nach Norden den Rhein hoch … nach Süden … keine Ahnung! Ich entschied mich über den Rhein Richtung Wesel zu fliegen. Wenn ich unter einer der Wolken noch was finde, dann kann ich mich ja immer noch entschei­den. Hinter dem Naturschutzgebiet Xantener Altrhein ging es nochmal auf 1.500 m hoch und danach in einem langen Abgleiter bis nach Büderich. Auf einer Wiese direkt am Rhein bin ich dann gelandet. Meinen 29,2 km Flug findet ihr im DHV XC.

Kurze Zeit später hat mich Günther abgeholt und mich nach Hause gefahren. Vielen Dank.

Die Niederlande haben es als erste Mannschaft ins Halbfinale geschafft und Johannes Völlm ist 81,0 km 93,8 km von Neukirchen-Vluyn bis nach Ahaus Metelen geflogen. Wahnsinn!